1985

ich bin 13, bzw ich werde 13

ich mache meinen ersten Selbstmordversuch.

In dem Dorf in dem ich aufwachse ist es üblich in dem Alter/7. Klassen-Stufe die Firmung oder Konfirmation  zu erhalten. Auch weiterhin bin ich nicht gläubig, aber es machen alle und es bedeutet, dass ich mit andern Jugendlichen Kontakt habe, rauskomme und vielleicht auch Geld. „1985“ weiterlesen

die Lüge | der Arbeitskollege

und wieder schickt er mir ein Photo. Er sieht müde aus und ich frage ihn „aufregende Nacht gehabt?
er : nein ich sehe immer so aus und 3 Wochen kein Sex!“

was habe ich da nur gemacht?

und ich will raus aus der Verantwortung
also lüge ich ihn an und schreibe ihm, dass ich kein Recht dazu hatte, das von ihm zu verlangen und er die Nähe zu seiner Frau suchen soll, wenn ihm das gut tut und „die Lüge | der Arbeitskollege“ weiterlesen

Liebesgeflüster | der Arbeitskollege

angefangen hat es damit, dass ich ihm von dem Bekannten erzählt habe und der sich damals entschieden hat. Er reagiert mit „du hast mir nicht zugehört, ich hätte mich auch für Schnitzel entschieden, aber Schnitzel wollte nicht mehr“

Mein innerer Monk muss immer antworten. Ich hasse offen unbeantwortete Messages… „Liebesgeflüster | der Arbeitskollege“ weiterlesen

erste Gefühle | der Arbeitskollege

es ist anders auf der Arbeit.
anders wenn er nicht da ist
nicht besser oder schlechter, aber anders
ich vermisse ihn, mehr vermisse ich die kurzen Augenblicke am Tag mit ihm, wenn ich ihn was fragen kann, wenn er mich anstrahlt. Er hat die blauen Augen wie Terrence Hill.
ich vermisse ihn nicht als Mann, der sich in mein Bett legt. „erste Gefühle | der Arbeitskollege“ weiterlesen

1984

6. Klasse Gymnasium

an zuviele Dinge habe ich keine Erinnerung, es verschwimmt alles zu einer breiten Masse.

Ich weiß, dass meine Noten durchgehend schlecht waren. Einfach, weil ich mit anderem beschäftigt war. Mit Erwachsen-werden, mit Mode, mit Freizeit, mit Musik, mit dem Versuch, dazu zugehören und aber auch, weil ich manchmal eine Runde mehr brauche um was zu verstehen. Das ist auch noch heute so und manchmal, wenn ich was endlich verstanden habe oder bemerke, dass aufgrund der Dauer, dass ist etwas mache, ich den Sinn dahinter auch begriffen habe, ich mich dann frage, warum es solange gedauert hat. Was hätte ich damals gebraucht?
Nachhilfe?
Medikamente
ich vermute hinter meiner Hippeligkeit eine ADS-Störung.
Ich fange an mit longieren, weil die anderen Mädchen das auch machen. Besonders gut bin ich nicht, weil ich nicht kräftig genug bin um andere zu halten, aber auch nicht grazil genug um von anderen gehalten zu werden. Aber ich will das, weil ich auch dazugehören will.
irgendwann bekomme ich auch Reitstunden geschenkt, da bin ich noch schlechter. Reiten liegt mir einfach nicht. Evtl würde es mir heute liegen, nachdem ich weiß, wie man mit einem Pferd umgehen muss.
Einmal habe ich einen Reitunfall und breche mir das Handgelenk an. Meine Mutter sitzt in einem Klavierkonzert und mein Vater muss mich in die Notaufnahme fahren. Leider breche ich mir auch noch das linke und nicht das rechte Handgelenk.
Wie erwähnt habe ich wenig Einzelerinnerung, ich weiß, dass unser Klassenzimmer im obersten Geschoss war und ich zimelich weit hinten sass. Damals habe ich angefangen mich mit Wencke anzufreunden. Sie war die Tochter eines Apothekers, wenig beliebt, zu mir aber super nett.
wenn ich so dass so schreibe, gibt oder gab es immer wieder Menschen, die meine Freundschaft gesucht haben und die ich früher oder später abserviert habe, weil sie nicht cool und  bekannt genug waren. Ich wollte schon immer in der ersten Reihe mitspielen.
Sein, nicht mitspielen.
Ich möchte everybodys-Darling sein, jeder soll mich mögen und schätzen, aber keiner soll mich bemerken und ich will auf gar keinen Fall irgendwo anecken. Das macht null Sinn, ich weiß.

ich schaffe es in die 7. Klasse und Französisch kommt als Fremdsprache dazu, heute finde ich es schade, dass ich keinen Bezug dazu gefunden habe, denn heute spreche ich fliessend Englisch. Eigentlich liegen mir Sprachen, ich bin nur zu unkonzentriert und faul.

Habe ich Freunde? Ich erinnere mich an Wencke und Carolin, die Mädchen, die mit mir jeden Tag im Bus fahren und im gleichen Dorf leben, sind eigentlich nicht meine Freunde. Die versuchen viel zu lernen und gute Noten zuschreiben, was Sinn macht, was aber nie meine Priorität war. Meine liegt in Nichtstun, Spickzettel schreiben, Bravo lesen und versuchen beliebt zu werden. – was ich nie werde-
Jungs sind noch uninteressant, ich finde mich auch nie so hübsch und attraktiv wie die anderen Mädchen…

Findet mit meiner Familie eigentlich ein Leben statt? Ich erinnere mich kaum daran. Ich weiß, dass mein Vater immer wieder versucht hat, mir beim Lernen zuhelfen, aber ich lehne ihn ab. mehr und mehr. Meine Schwester lehne ich sowieso ab und meine Mutter, die gibt es auch noch, aber die ist keine große Stütze in meinem Leben.

Tag 1 | der Arbeitskollege

Heute ist Großkampftag – Bemusterung und ich bin aufgeregt. Das ist das erste Mal, dass ich da so mitmache.
Mein Projektleiter ist entspannt.
und sonst?
Ist es anders als sonst?
Keiner der plötzlich in meinem Türrahmen steht, mich anstrahlt und wieder irgendeinen belanglosen Grund hat, mich von meiner Arbeit abzulenken.

Auch über das Wochenende habe ich ihn nicht vermisst.
Zwei Tage lang, habe ich nichts gemacht.
Nichts geputzt, nichts aufgeräumt, nichts gekocht
nichts
jetzt kommt ja wieder niemand in meine Wohnung, dann muss ich auch nicht aufräumen….

er meldet sich jeden Tag kurz per Whatsapp und  ich kann meine Finger nicht still halten. Es ist suess, aber gleichzeitig macht das doch keinen Sinn.
ich schreibe ihm „es ist kontaproduktiv, dass du mit mir chattest, du willst die drei Wochen nutzen um Deine Ehe zuretten“
ER: „Das habe ich so nicht gesagt, und das habe ich auch nicht vor. ich dachte, du hast mir zugehört?“
ICH: „ich habe Dir zugehört, aber ich will nicht der Grund sein, dass Du Deine Ehe beendest“

genau das ist es

ich will nicht der Grund sein, dass er seine Ehe beendet

es stehen 13 Jahre gegenüber 2 Wochen Sex

er weiß überhaupt nichts von mir. Meine Vergangenheit ist mir sehr wichtig, denn die hat mich zu der gemacht, die ich heute bin und gleichzeitig, wenn sich jemand in diese Person heute verliebt, ist es dann nicht völlig unwichtig, wie diese entstanden ist? Ist die Vergangenheit überhaupt wichtig, denn änderbar ist sie nicht mehr.

Aber will ich diesen Mann?

ich glaube an das Karma und hab zu meiner Freundin schon gesagt „vielleicht wurde der mir geschickt, damit ich was lerne“
Beurteile Menschen nicht nach ihrem Äußeren!

Sollte es  nach den 3 Wochen weitergehen, habe ich folgende Bedingungen bereits festgelegt:

1. er muss Wechselkleidung mitbringen und nach dem Duschen, was frisches und sauberes anziehen
2. 2 max 3 Abende pro Woche und nicht jeden Abend
3. Kein Alkohol für 4 Wochen (ich überlege noch, ob ich es auf ein Bier am Abend erweitere, aber das will ich gar nicht)
4. weniger rauchen

und dann würde ich ihn gern mal zu einem Barbier bringen, der die Ohren- und Nasenhaare entfernt, den Bart ordentlich schneidet, die Augenbrauen in Form bringt und einen sauberen Haarschnitt macht.

Ist das oberflächlich?

aber ich wüsste schon gern, wie er aussieht, wenn er mal richtig gestylt wird. ich denke, da muss er durch, wenn er will, dass es weitergeht.

Will ich, dass es weitergeht?

ich mag ihn, er ist sympathisch, intelligent, freundlich und entspannt.

reicht das?
nein das reicht nicht und das weiß ich auch.
Gleichzeitig möchte ich evtl einfach nicht immer alleine sein
dabei bin ich gerade in den wichtigen Situationen allen, … blöde Kuh, denk da mal drüber nach.

Ich mag das Geheimnis auf Arbeit und seine Arme nachts um mich geschlungen. ich mag es, dass jemand für mich Kaffee kocht.
reicht das?

Der Abend davor – Abschied | der Arbeitskollege

Es ist Donnerstag-Abend. Ich stehe in der Küche und bereite die Zutaten für einen Quark-Öl-Teig vor. Einer der Kollegen kam heute und sagte „ich habe soviele Zwetschgen im Garten, kannst du nochmal einen Kuchen machen?“ Lust habe ich gar keine, aber ehrlich kostet das auch nicht viel Zeit.
Ausnahmsweise ist er dieses Mal pünktlich…
In seinen Augen kann ich sehen, dass er getrunken hat und wahrscheinlich wieder nichts gegessen hat. „Der Abend davor – Abschied | der Arbeitskollege“ weiterlesen

Routine | der Arbeitskollege

über das Wochenende sehe und höre ich nichts von ihm.

Es stört mich nicht

Am Freitag bin ich so müde, dass ich direkt auf die Couch falle und schlafe, dann mache ich schnell ein paar Einkäufe, weil ich am Samstag zu einer Freundin fahre und keine Zeit haben werde. Dann setze ich mich entspannt auf die Couch und trinke Baccardi-Wild Berry und schaue TV. Die ganze Woche konnte ich das nicht.
Mein Wochenende ist ausnahmsweise mal gefüllt mit Aktivitäten und ich denke zwar ab und an ihn aber ich vermisse ihn nicht. „Routine | der Arbeitskollege“ weiterlesen